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Heizung entlüften: So geht es sicher und ohne Sauerei

Mit Herstellerunterlagen abgeglichenAktualisiert am 13. Oktober 2026

Kurz gesagt

Heizung entlüften heißt, eingeschlossene Luft über das Entlüftungsventil am Heizkörper abzulassen. Nötig ist das, wenn ein Heizkörper gluckert oder oben kalt bleibt. Sie brauchen einen Entlüftungsschlüssel, ein Gefäß und ein Tuch. Nach dem Entlüften sollten Sie den Anlagendruck an der Therme prüfen, weil dabei auch etwas Wasser austritt.

Woran Sie Luft im Heizkörper erkennen

Das typische Zeichen ist ein Heizkörper, der unten warm und oben kalt ist. Viessmann beschreibt außerdem den Fall, dass der Heizkörper nur in der Nähe des Thermostats warm wird. Dazu kommen Geräusche: Gluckern, Plätschern oder ein Rauschen in den Leitungen, vor allem kurz nachdem die Heizung angesprungen ist.

Bleibt der Heizkörper dagegen komplett kalt, liegt es eher am Thermostatventil oder an der Verteilung im Haus. Dann hilft Entlüften allein meist nicht.

Woher die Luft kommt, ist unterschiedlich. Nach dem Nachfüllen von Wasser oder nach Arbeiten an der Anlage ist sie fast immer im System. Frisches Wasser enthält zudem gelöste Luft, die sich beim ersten Aufheizen löst. Deshalb ist der Herbst, wenn die Heizung nach der Sommerpause wieder richtig läuft, die typische Zeit zum Entlüften.

Das brauchen Sie

Ein Entlüftungsschlüssel mit Vierkant passt an die meisten Heizkörper und kostet im Baumarkt wenig. Manche Ventile haben einen Schlitz, dann geht auch ein Schraubendreher. Von Zangen rät Viessmann ab, weil sie den Ventilkopf rund drücken können.

Legen Sie ein Glas oder eine Tasse und ein Tuch bereit. Das austretende Wasser kann heiß sein und verfärbt manchmal den Boden.

Entlüftungsventile sitzen meist oben an der Seite gegenüber dem Thermostatkopf. Bei Badheizkörpern und Handtuchtrocknern liegen sie oft oben mittig oder seitlich am Rahmen. Finden Sie kein Ventil, fragen Sie besser nach, statt an anderen Verschraubungen zu drehen.

Schritt für Schritt entlüften

Die Schritte folgen der Anleitung von Viessmann. Ihre Geräteanleitung kann im Detail abweichen.

  • Thermostatventile aller Heizkörper ganz aufdrehen und 30 bis 60 Minuten warten, damit sich die Luft oben sammelt
  • Umwälzpumpe ausschalten, wenn Sie Zugang haben; Mieter ohne Zugang müssen das laut Viessmann nicht
  • Beim höchstgelegenen Heizkörper beginnen, Gefäß unter das Ventil halten
  • Ventil mit dem Schlüssel langsam gegen den Uhrzeigersinn öffnen, bis es zischt
  • Schließen, sobald Wasser ohne Luftblasen kommt
  • Pumpe wieder einschalten und den Druck an der Therme prüfen

Typische Fehler beim Entlüften

Die meisten Probleme entstehen durch Ungeduld. Wer sofort nach dem Aufdrehen der Thermostate entlüftet, erwischt nur einen Teil der Luft, weil sie noch im System verteilt ist. Wer das Ventil zu weit öffnet, hat schnell mehr Wasser auf dem Boden als im Glas. Eine kleine Drehung reicht, bis es hörbar zischt.

Ein weiterer Klassiker: mehrere Heizkörper entlüftet, Druck nicht geprüft, am nächsten Morgen meldet die Therme Wassermangel. Planen Sie den Blick aufs Manometer deshalb fest ein.

  • Nicht ohne Wartezeit nach dem Aufdrehen der Thermostate entlüften
  • Ventil nur so weit öffnen, bis Luft hörbar entweicht
  • Keine Zange verwenden, die den Ventilkopf beschädigt
  • Nach dem letzten Heizkörper immer den Anlagendruck prüfen

Nach dem Entlüften: Druck kontrollieren

Mit der Luft entweicht immer auch ein wenig Wasser. Bei einem Heizkörper fällt das kaum auf, bei einem ganzen Haus kann der Druck aber spürbar sinken. Schauen Sie deshalb auf Manometer oder Display. Liegt der Wert unter dem vom Fachbetrieb eingestellten Bereich, füllen Sie nach Herstelleranleitung Wasser nach.

Viessmann empfiehlt, die Heizung danach mindestens eine Stunde laufen zu lassen und am Heizkörper, der am weitesten von der Therme entfernt ist, noch einmal zu prüfen. Kommt dort keine Luft mehr, sind Sie fertig.

Wenn Entlüften nicht reicht

Wer jede Woche entlüften muss, hat ein anderes Problem. Häufig gelangt durch zu niedrigen Druck oder eine Undichtigkeit immer wieder Luft ins System. Bleibt ein Heizkörper trotz Entlüften kalt, kann laut Viessmann das Thermostatventil nach dem Sommer festsitzen. Werden nur die weit entfernten Räume nicht warm, fehlt möglicherweise der hydraulische Abgleich.

Fußbodenheizungen haben keine Entlüftungsventile wie Heizkörper. Lassen Sie diese Arbeiten vom Fachbetrieb erledigen, ebenso alles, was am Wärmeerzeuger selbst entlüftet werden müsste.

Auch in der Therme selbst kann sich Luft sammeln, zum Beispiel an der Pumpe. Viele Geräte haben dafür einen automatischen Entlüfter im Inneren, manche bieten ein Entlüftungsprogramm im Menü für den Fachhandwerker. Beides gehört nicht zu den Aufgaben des Betreibers.

Häufige Fragen

Muss die Heizung beim Entlüften aus sein?

Viessmann rät, beim Heizung entlüften die Umwälzpumpe abzuschalten, wenn man Zugang hat. Mieter ohne Zugang zur Anlage müssen die Pumpe nach Viessmann nicht abstellen. Vorher sollte die Heizung gelaufen sein, damit die Thermostatventile offen sind.

In welcher Reihenfolge entlüfte ich die Heizkörper?

Viessmann empfiehlt, beim Heizung entlüften am höchstgelegenen Heizkörper zu beginnen, weil sich dort die meiste Luft sammelt. Am Ende prüfen Sie den Heizkörper, der am weitesten von der Therme entfernt ist.

Wie oft sollte man die Heizung entlüften?

Einen festen Rhythmus gibt es nicht: Entlüftet wird, wenn ein Heizkörper gluckert oder oben kalt bleibt, typischerweise zu Beginn der Heizperiode. Müssen Sie sehr oft entlüften, sollte ein Fachbetrieb nach der Ursache suchen.

Warum ist nach dem Entlüften der Druck weg?

Beim Entlüften der Heizung tritt neben Luft auch etwas Wasser aus, dadurch sinkt der Anlagendruck. Prüfen Sie deshalb danach Manometer oder Display und füllen Sie bei Bedarf nach Herstelleranleitung Wasser nach.

Quellen
  1. Viessmann: Heizung entlüften in wenigen Schritten
  2. Bosch Home Comfort: Heizung wird nicht warm
  3. Vaillant: Betriebsanleitung ecoTEC plus / ecoTEC exclusive (PDF)

Diese Seite ersetzt keine Fachberatung. Arbeiten an Gas-, Öl- und Kältetechnik dürfen nur Fachbetriebe ausführen.

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